-
SAE-Sondernewsletter vom 20.07.2015

Liebe Leserinnen und Leser,

Foto: Peter Effenberger
(© ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH)

zum 1. Januar 2015 sind Änderungen zu Elternzeit und Elterngeld im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) in Kraft getreten. Die wichtigsten Neuregelungen wirken sich, wie bereits vorangekündigt, auf Geburten ab dem 1. Juli 2015 mit erweiterten Wahlmöglichkeiten für Eltern im Hinblick auf die Elternzeit und Elternteilzeit aus.

Die Einführung des ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit soll es nun den Eltern einfacher machen, Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit zu verbinden. Mehr Flexibilisierungsmöglichkeiten durch den Wechsel bei der Inanspruchnahme sowie die Förderung der Berufstätigkeit beider Elternteile werden dabei geschaffen. Mütter und Väter, die frühzeitig wieder in den Beruf einsteigen, erhalten somit länger finanzielle Unterstützung.

Für Betriebe bedeuten die Neuregelungen zum Elterngeld und zur Elternzeit mehr Flexibilität, einen früheren Wiedereinstieg der Eltern, sowie Neuerungen zu Fristen.

Das Team der Servicestelle berät Sie gern zu allen Fragen rund um Mutterschutz, Elternzeit und Wiedereinstieg in den Beruf. Sie erreichen uns auch telefonisch unter der folgenden Nummer 0331-70445720.

Ich wünsche Ihnen mit unserem Sondernewsletter eine interessante Lektüre!

Peter Effenberger

Bereichsleiter ZAB Arbeit


Der Newsletter kann gerne an Interessierte weitergereicht und hier abonniert werden. Wenn Sie Probleme mit der Darstellung des Newsletters haben, klicken Sie bitte hier.


+++ Sondernewsletter zur Gesetzesänderung des Bundeselterngeld- und Elterzeitgesetzes für Geburten ab dem 01. Juli 2015, sowie Informationen über ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus +++



Die Elternzeit

Die Elternzeit bietet Eltern flexiblere Möglichkeiten, für ihr Kind da zu sein. Mit den Neuerungen im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz für Geburten ab dem 01. Juli 2015 können 24 Monate statt bisher 12 Monate zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen werden. Die Elternzeit muss beim Unternehmen bis zum 3. Lebensjahr des Kindes 7 Wochen vor Antritt angemeldet werden. Nach dem 3. Lebensjahr bis zum 8. Lebensjahr beträgt die Anmeldefrist 13 Wochen. Die Elternzeit kann in 3 Zeitabschnitte pro Elternteil aufgeteilt werden. Das Unternehmen kann den 3. Zeitabschnitt aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, sofern dieser zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr des Kindes liegt. Wenn das Unternehmen den Teilzeitantrag nicht innerhalb einer Frist von 4 Wochen schriftlich ablehnt, gilt seine Zustimmung den Wünschen des Arbeitnehmers entsprechend erteilt. Mit der Zustimmung des Betriebes können auch weitere Zeitabschnitte vereinbart werden.


Das Elterngeld

Das Elterngeld ist eine wichtige Unterstützungsmöglichkeit für Familien, die sich nach der Geburt um die Betreuung ihres Kindes selbst kümmern möchten. Das Elterngeld ist im Kern eine Einkommensersatzleistung für Mutter und Vater, die zu Gunsten der Betreuung ihres Neugeborenen ihre Erwerbstätigkeit reduzieren oder unterbrechen möchten. Für Geburten ab dem 1. Juli 2015 gilt das ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit. Damit ist es für Mütter und Väter nun einfacher, Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren.

Foto: © chaos.design – Fotolia


Basiselterngeld

Das Basiselterngeld beträgt monatlich mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro.

Die Höhe des Basiselterngeldes richtet sich nach dem Einkommen des Elternteils, der die Kinderbetreuung übernimmt. Bei einem Einkommen zwischen 1.000 Euro und 1.200 Euro beträgt das Basiselterngeld 67 %, bei einem Einkommen von über 1.200 Euro sinkt das Basiselterngeld von 67 % auf 65 %. Berechnungsgrundlage für die Ermittlung des Basiselterngeldes ist das Durchschnittsbruttoeinkommen des betreuenden Elternteils der letzten 12 Monate vor der Geburt, reduziert um pauschalierte Abzüge für Steuern und Sozialabgaben.

Die Dauer der Zahlung beträgt maximal 12 Monate für ein Elternteil. Wenn beide Eltern Elternzeit nehmen, werden maximal 12 Monate und 2 Partnermonate gezahlt. Es müssen mindestens 2 Monate Basiselterngeld pro Elternteil in Anspruch genommen werden.

Alleinerziehende Eltern haben einen Anspruch auf maximal 14 Monate Basiselterngeld. Basiselterngeld muss in den ersten 12 beziehungsweise 14 Lebensmonaten des Kindes genommen werden.

Möchten Sie in der Zeit des Bezuges von Basiselterngeld in Teilzeit arbeiten, besteht ein Anspruch auf Basiselterngeld von 65 % bis 67 % des Differenzbetrages zwischen dem vor und dem nach der Geburt zu berücksichtigenden Einkommen.

Bei Zwillingen beziehungsweise Mehrlingskindern stehen den Eltern insgesamt 14 Monatsbeträge Basiselterngeld zu. Dabei kann ein Elternteil für maximal 12 Monate Basiselterngeld beziehen und der andere Elternteil 2 Monate. Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Basiselterngeld um 300 Euro je Kind.

Generell gibt es einen Geschwisterbonus in Höhe von 10 % des Basiselterngeldes (mind. 75 Euro) für ältere Geschwisterkinder bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres. Bei mehr als zwei Kindern wird der Geschwisterbonus gezahlt, wenn mind. zwei Kinder das 6. Lebensjahr nicht vollendet haben.


ElterngeldPlus

Für Geburten ab dem 01. Juli 2015 stellt das neue ElterngeldPlus eine weitere Flexibilisierung des Basiselterngeld und der damit verbundenen Elternzeit dar. Mit dem ElterngeldPlus erhalten Eltern, die frühzeitig wieder in Teilzeit in den Beruf einsteigen wollen, länger Unterstützung und bekommen so mehr Zeit für die Familie.

ElterngeldPlus kann nur dann bezogen werden, wenn noch ein grundsätzlicher Anspruch auf Basiselterngeld besteht. Es gilt die Regel: ein Basiselterngeld-Monat = zwei ElterngeldPlus-Monate. Dadurch profitieren besonders Eltern, die über das erste Lebensjahr des Kindes hinaus mehr Zeit mit Ihrem Kind verbringen möchten. Sie bekommen nun länger einen Einkommensersatz.

Sie erhalten für diesen Zeitraum jeweils die Hälfte des monatlichen Auszahlungsbetrages (ElterngeldPlus) in Höhe von mindestens 150 Euro bis maximal 900 Euro, den Sie für max. 12 beziehungsweise 14 Monate erhalten hätten. Es wird allerdings nur das wegfallende Einkommen ersetzt. Somit beträgt in Bezugszeiträumen ohne eine Teilzeittätigkeit das ElterngeldPlus 50 % des gewohnten Basiselterngeldes.

Auch für Selbstständige, da diese oftmals vorzeitig wieder ins Berufsleben einsteigen, ist ElterngeldPlus eine attraktive Möglichkeit zur Flexibilisierung der Arbeitszeit. Sie können nun bis zu 30 Stunden pro Woche im Monatsdurchschnitt arbeiten, ElterngeldPlus beziehen und den Kontakt zu ihren Kunden halten.

Grundsätzlich ist auch gleichzeitig zum Bezug von ElterngeldPlus eine Teilzeittätigkeit von mindestens 15 bis maximal 30 Wochenarbeitsstunden im Kalendermonatsdurchschnitt möglich. Daher richtet sich die Einführung des ElterngeldPlus auch bewusst an Eltern, die früher in den Beruf wiedereinsteigen möchten. Bei einer Teilzeittätigkeit im ElterngeldPlus Bezug wird das tatsächlich wegfallende Arbeitseinkommen zwischen 65 % bis 67 % ersetzt. Jedoch wird maximal die Hälfte des Basiselterngeldbetrages ausgezahlt. Durch das ElterngeldPlus erhalten Eltern nun trotz einer Teilzeittätigkeit maximal die Hälfte des herkömmlichen Basiselterngeldes für einen doppelt so lange gewählten Zeitraum.


Partnerschaftsbonus

Eine weitere Möglichkeit des Bezuges von ElterngeldPlus ist der Partnerschaftsbonus. Möchten beide Elternteile auch nach dem Bezug des regulären Basiselterngeldes oder von ElterngeldPlus weiterhin die Betreuung des Kindes teilweise übernehmen, so wird dies mit einem Partnerschaftsbonus belohnt.

Dafür müssen beide Elternteile gleichzeitig vier Monate am Stück zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche im Monatsdurchschnitt in der Elternzeit arbeiten. Nur dann erhalten beide den Partnerschaftsbonus von zusätzlichen vier ElterngeldPlus-Monaten.

Alleinerziehende, die ebenfalls vier Monate zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche im Monatsdurchschnitt arbeiten, erhalten auch zusätzlich vier Partnerschaftsbonusmonate zu ihren Basiselterngeld- bzw. Elterngeld-Plus-Monaten.

Das Team der Servicestelle berät sie gerne zu allen Fragen rund um Mutterschutz, Elternzeit und Wiedereinstieg in den Beruf.

Weitere Informationen zum Thema ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus finden Sie hier »


Impressum

Newsletter Servicestelle Arbeitswelt und Elternzeit

ZAB ZunkunftsAgentur Brandenburg GmbH (ZAB)
Steinstraße 104 - 106, 14480 Potsdam

V.i.S.d.P. Alexander Gallrein, Leiter Marketing/Kommunikation

Tel. 0331/660 3103

alexander.gallrein@zab-brandenburg.de



Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernimmt die Servicestelle Arbeitswelt und Elternzeit keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Klicken Sie hier, wenn Sie Ihr Newsletter-Abonnement ändern oder abbestellen möchten.

 

-