Elterngeld für Geburten ab 01.07.2015

Wo muss man das Basiselterngeld beantragen?

Zuständig sind die Elterngeldstellen der Landkreise und kreisfreien Städte in Brandenburg.

Elterngeldbezug weiterhin möglich?

Der Bezug des bisherigen Elterngeldes in der „alten“ Form ist weiterhin möglich. Entsprechend können Eltern sich nun zwischen dem Bezug von Basiselterngeld oder von ElterngeldPlus entscheiden.

Wer hat Anspruch auf Basiselterngeld?

Anspruch auf Basiselterngeld haben Eltern, deren Ehepartner und –partnerin sowie Lebenspartner und –partnerin als auch Adoptiveltern, die mit ihrem Kind in einem Haushalt leben und es betreuen.

Wie lange wird Basiselterngeld gezahlt?

Das Basiselterngeld kann in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes in Anspruch genommen werden. Grundsätzlich kann ein Elternteil höchstens für 12 Monate Basiselterngeld beantragen. Anspruch auf 2 weitere Monatsbeträge haben die Eltern, wenn auch der andere Elternteil mindestens 2 Monate lang Basiselterngeld bezieht. Alleinerziehende erhalten bis zu 14 Monate Basiselterngeld. Die Zeit, in der die Mutter Mutterschaftsgeld einschließlich Arbeitgeberzuschuss bezieht, wird auf die Zeit, für die der Mutter Basiselterngeld zusteht, angerechnet.

Wie können die Eltern den Basiselterngeldanspruch untereinander aufteilen?

Bis zum 14. Lebensmonat des Kindes gibt es für jeden Monat einen Monatsbetrag, insgesamt also maximal 14. Die Eltern können die Anzahl der Monatsbeträge bis auf die 2 Partnermonate frei untereinander aufteilen. Sie können Basiselterngeld nacheinander oder gleichzeitig in Anspruch nehmen. Bei gleichzeitigem Bezug reduziert sich aber entsprechend die Laufzeit. Es müssen mindestens 2 Monate Basiselterngeld pro Elternteil in Anspruch genommen werden.

Welches Einkommen wird bei der Berechnung des Basiselterngeldes zu Grunde gelegt?

Zu Grunde gelegt wird das errechnete durchschnittliche Einkommen aus Erwerbstätigkeit, das in den maßgeblichen 12 Monaten vor der Geburt bzw. vor Beginn der Mutterschutzfrist erzielt wurde. Zu den Einkünften aus Erwerbstätigkeit zählt auch der Verdienst aus einer geringfügigen Beschäftigung (450 Euro Minijob). Vom Einkommen aus Erwerbstätigkeit werden Abzüge für Steuern und Sozialabgaben in pauschalisierter Form vorgenommen und so ein maßgebliches Nettoeinkommen ermittelt.

Einmal- und Sonderzahlungen, wie z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Jubiläumszuwendungen werden nicht bei der Ermittlung des Durchschnittseinkommens berücksichtigt. Der nach den Abzügen für Steuern und Sozialabgaben verbleibende Betrag ist das maßgebliche Nettoeinkommen, welches durch das Basiselterngeld prozentual ersetzt wird (67 bis 65 %).

Bei einem Einkommen von über 1.200 Euro sinkt das Basiselterngeld von 67 % auf 65 %. Das heißt bei einem Einkommen von

  •    1.220 Euro werden 66 %
  •    ab 1.240 Euro werden 65 %

ersetzt.

In welcher Höhe wird das Basiselterngeld bzw. ElterngeldPlus gezahlt?

Wenn in den 12 Monaten vor der Geburt des Kindes keine Einkünfte aus Erwerbstätigkeit erzielt wurden, steht den Eltern ein Mindestbetrag von monatlich 300 Euro zu. Sofern das Basiselterngeld aus einem vorangegangenen Erwerbseinkommen berechnet werden soll, beträgt dies in der Regel 67 % bzw. bis 65 % des durchschnittlich ermittelten maßgeblichen Nettoeinkommens aus dem 12-Monatszeitraum vor der Geburt und vor der Mutterschutzfrist. Das Mutterschaftsgeld wird auf das Basiselterngeld angerechnet. Der Mindestbetrag des jeweiligen Basiselterngeldes beträgt monatlich 300 Euro und der Höchstbetrag monatlich 1.800 Euro. Der ElterngeldPlus-Mindestbetrag beträgt 150 Euro. Höchstens erhält man den maximal halben Basiselterngeldbetrag als ElterngeldPlus ausgezahlt.

Keinen Anspruch auf Basiselterngeld und ElterngeldPlus haben Alleinerziehende, die im Kalenderjahr vor der Geburt mehr als 250.000 Euro versteuern mussten und Elternpaare, die zusammen mehr als 500.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hatten.

Wie wirkt sich eine Teilzeittätigkeit auf die Höhe des Basiselterngeldes aus?

Während des Bezuges von Basiselterngeld ist eine Teilzeittätigkeit von mindestens 15 bis maximal 30 Wochenarbeitsstunden im Monatsdurchschnitt möglich. Möchten Sie in der Zeit des Bezuges von Basiselterngeld in Teilzeit arbeiten, besteht ein Anspruch auf Basiselterngeld von 67 % - 65 % des Differenzbetrages zwischen dem vor und dem nach der Geburt zu berücksichtigenden Einkommen.

Was ist das ElterngeldPlus?

Neben dem Basiselterngeld in der bisherigen Form, das es weiterhin gibt, steht das ElterngeldPlus für Eltern zur Verfügung, die während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten. ElterngeldPlus ersetzt das Einkommen, das wegen der Teilzeitarbeit entfällt. ElterngeldPlus kann nur dann bezogen werden, wenn grundsätzlich noch Basiselterngeldmonate zur Verfügung stehen. Beim ElterngeldPlus erhalten Eltern maximal die Hälfe des herkömmlichen Basiselterngeldes und ihren Verdienst aus der Teilzeittätigkeit, jedoch doppelt so lange.

Das Elterngeld Plus gibt es für den doppelten Zeitraum:

  • ein bisheriger Elterngeldmonat = zwei Elterngeld Plus-Monate.

Zudem verlängert das ElterngeldPlus den Elterngeldbezug auch über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus.

Wie hoch ist das ElterngeldPlus?

 

Die individuelle Höhe des ElterngeldPlus richtet sich nach dem durchschnittlichen Erwerbseinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes. Man erhält maximal die Hälfte des normalen Basiselterngeldes, wobei jedoch lediglich das wegfallende Einkommen ersetzt wird. In Bezugszeiträumen ohne eine Teilzeittätigkeit beträgt das ElterngeldPlus die Hälfte des gewohnten individuellen Basiselterngeldes.

Wie wirkt die Teilzeittätigkeit auf die Höhe des ElterngeldPlus aus?

Während des ElterngeldPlus Bezuges ist eine Teilzeittätigkeit von mindestens 15 bis maximal 30 Wochenarbeitsstunden im Monatsdurchschnitt möglich. Bei einer Teilzeittätigkeit im ElterngeldPlus Bezug wird das tatsächlich wegfallende Arbeitseinkommen zwischen 65% bis 67% ersetzt. Jedoch wird maximal die Hälfte des individuellen Basiselterngeldbetrages ausgezahlt. Durch das ElterngeldPlus erhalten Eltern nun trotz einer Teilzeittätigkeit maximal die Hälfte des herkömmlichen Basiselterngeldes für einen doppelt so lange gewählten Zeitraum.

Was ist der Partnerschaftsbonus?

Eltern, die gleichzeitig für 4 Lebensmonate des Kindes zwischen 25 und 30 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt arbeiten, erhalten jeweils vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. Der Partnerschaftsbonus kann nur von beiden Eltern gemeinsam sowie in einem Block von vier Monaten genommen werden. Der Partnerschaftsbonus kann vor, nach oder ganz ohne ElterngeldPlus-Bezug genommen werden. Der Partnerschaftsbonus kann auch von Alleinerziehenden bezogen werden, wenn sie in 4 aufeinanderfolgenden Monaten zwischen 25 und 30 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt erwerbstätig sind.

Werden Geschwisterkinder bei der Berechnung berücksichtigt?

Familien mit mehr als einem Kind können einen Geschwisterbonus erhalten. Das nach den allgemeinen Regeln zustehende Elterngeld wird um 10 Prozent, mindestens aber um 75 Euro im Monat erhöht. Bei zwei Kindern im Haushalt besteht der Anspruch auf den Geschwisterbonus solange, bis das ältere Geschwisterkind drei Jahre alt ist. Bei drei und mehr Kindern im Haushalt wird es gezahlt, wenn mindestens zwei Kinder das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Wie hoch ist das Elterngeld bei Mehrlingsgeburten?

Zusätzlich zum errechneten Elterngeld werden für jeden Mehrling 300 Euro gezahlt.

Weitere Fragen

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen unter der Servicenummer: 0331 70445720 zur Verfügung.

Ihr Kontakt zu uns

* ca. 3,9 Cent aus dem dt. Festnetz, aus dem dt. Mobilfunknetz können abweichende Kosten entstehen

Elterngeldstellen und Elterngeldanträge in Brandenburg

  • Elterngeldstellen und aktuellen Elterngeldanträge der Landkreise Brandenburgs finden Sie hier » 
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